Innovationen, die Geschichte schreiben

Ein Mädchen macht in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den LKW-Führerschein, weil es der Vater so will. Die Milchkannen müssen eingesammelt werden auf den Bauernhöfen des Odenwaldes und der Rheinebene. Als Großvater Martin Faber und seine Tochter Elisabeth Pfenning, geborene Faber, 1932 ihr Unternehmen gründen, ist sie die einzige von fünf Töchtern, die in der Männerwelt des landwirtschaftlichen Milchtransports eintritt. So ungewöhnlich die Geschichte von pfenning logistics beginnt, so bezeichnend setzt sie sich in den folgenden 85 Jahren bis heute fort. Es ist die Geschichte eines Familienunternehmens, das mit Karl-Martin Pfenning, Sohn von Johann Pfenning, in dritter Generation besteht.

Meilensteine

1975, mit erst 25 Jahren, tritt Karl-Martin Pfenning nach dem Studium der Betriebswirtschaft in das elterliche Unternehmen ein. Er „industrialisiert“ den Transport, baut einen eigenen LKW-Fuhrpark und bundesweite Transportdienstleistungen auf. Als Gründungsmitglied der mittelständischen Kooperation LogSped, deren Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender er innerhalb von 15 Jahren wird, gelingt fünf Jahre später, 1980, der Sprung in das neue Geschäftsfeld der Kontraktlogistik.

Während dieser Zeit entwickelt pfenning logistics ein innovatives Lagerkonzept – das erste 5-Sterne-Warenhotel Deutschlands. Pfenning ist bundesweit eins der ersten Kontraktlogistikunternehmen, das 1993 nach der ISO-Norm zertifiziert wird.

1996, mit dem Rückzug aus dem LogSped-Verbund, entscheidet sich Karl-Martin Pfenning für den Weg in die komplette Unabhängigkeit. Er entwickelt das Familienunternehmen zu einem modernen Kontraktlogistikanbieter, der sich eine führende Marktposition als Handelslogistiker sichert. 1996 und 2005 führt er das Unternehmen in die hart umkämpften Märkte Rumänien und Ungarn. Dieses osteuropäische Engagement stellt er aus strategischen Gründen in 2011 ein. 2006 wird er Finalist beim bundesweiten Wettbewerb „Entrepreneur des Jahres“.

In 2009 stellt Karl-Martin Pfenning die Weichen für einen weiteren großen Schritt in der Unternehmensgeschichte: Von langer Hand geplant, dafür aber in einem Rekordtempo von nur 12 Monaten errichtet, ist das Logistikzentrum der pfenning-Gruppe auf einem 20 Hektar großen Areal seit 2012 der modernste und nachhaltigste Industrieneubau Europas: multicube rhein-neckar.

2013 verlegt das Unternehmen nach mehr als 80 Jahren den Hauptsitz von Hessen nach Baden-Württemberg und zieht nach Heddesheim, Sitz des neuen Logistikzentrums. Im selben Jahr erhält der „multicube“ von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen das DGNB-Gold-Zertifikat mit einer Bestnote von 1,21 aller neu gebauten Industrieanlagen Europas.